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" Die Erde ist nur ein Land und alle Menschen sind seine Bürger."  Bahá'u'lláh (1817-1892)

 

 

Die Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 und ihre 30 Artikel sind nicht nur eine völker- und verfassungsrechtliche Angelegenheit. Sie sind darüber hinaus Träger universeller, humanitärer Werte und somit ein Auftrag an Alle!

Die Förderung und Entfaltung der menschlichen Würde oder die Gleichberechtigung aller Menschen liegen deshalb nicht allein in staatlicher, sondern ebenso in ziviler Verantwortung, weil sie letztlich in jeder zwischenmenschlichen Begegnung, jeder Gemeinde, Unternehmung und Organisation zu verwirklichen und zu verteidigen sind.

 

Gemeinschaftlich und respektvoll in die Zukunft

 

eine INKLUSIVE Transformation

 

Was die von Ausgrenzung und Benachteiligung gekennzeichnete Stellung von Menschen mit Behinderung in Deutschland (und weltweit) angeht, ist das in der UN-Behindertenrechtskonvention  von 2006 (UN-BRK) anvisierte Ziel der gesellschaftlichen Inklusion als Thema seit vielen Jahren sprichwörtlich in aller Munde. Sein inflationärer Gebrauch verleiht dem Begriff leider all zu oft den Charakter eines geflügelten Schlagwortes, so dass manch einer das Thema als eine bald vorüberziehende Modeerscheinung einordnet. Es ist durchaus realistisch zu erwarten, dass die gesellschaftspolitisch gegenwärtig noch sehr engagiert geführten Debatten nach der planmäßigen Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) verebben werden und auch fraglich, ob der wissenschaftliche Diskurs noch lange auf dem gegenwärtigen Niveau anhalten wird. Dennoch wird, längerfristig betrachtet, das im Thema enthaltene gesellschaftspolitische Potential ganz sicher nicht endgültig versanden, sondern mit neuer Dynamik und noch breiterer Front den gesellschaftlichen Fortschritt langfristig befruchten.

 

Das 2018 gegründete Institut für Inklusion und Partizipation vertritt den Standpunkt, dass man den Zielen der UN-Behindertenrechtskonvention nur dann gerecht werden kann, wenn man sie als allgemeingültiger Natur und für die gesamte Zivilgesellschaft von Belang und Relevanz betrachtet. Die darin speziell für den Personenkreis der Menschen mit Behinderung ausformulierten Ziele der uneingeschränkten Inklusion und Partizipation entsprechen bei genauer Lesart deckungsgleich den Zielen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948, welche bereits eine alle Menschen umfassende Gültigkeit besitzen. Unser Standpunkt ist, dass auch für die Belange behinderter Menschen die auf Inklusion und Partizipation ausgerichteten Ziele nur dann im ausreichendem Maße erreicht werden können, wenn sich die staatlichen Organisationen und die Zivilgesellschaft im Umgang mit allen Bürgern von den Inhalten und Zielen der UN-Behindertenrechtskonvention leiten lassen und somit jeden von Benachteiligung oder Ausgrenzung bedrohten Menschen in den Fokus ihrer Aufmerksamkeit bringen.

 

So gesehen, geht es in der UN-Behindertenrechtskonvention erstmals um eine gesamtgesellschaftliche Transformation, die an den universellen Werten der Allgemeinen Menschenrechte ausgerichtet und nicht nur auf einzelne Teilsysteme der Gesellschaft oder auf einzelne Gruppen sondern notwendigerweise auf alle Mitglieder der Menschheitsfamilie bezogen ist.

 

Nach dem Motto "global denken - lokal handeln" stellen wir uns die Frage nach der Zukunft der Gesellschaft und wie wir lernen können, mit den sich stellenden Herausforderungen umzugehen:

  • Wie ist eine (keinen einzigen Menschen ausgrenzende) inklusive Gesellschaft zu denken?

  • Wie können sich Gemeinden und Institutionen so weiterentwickeln, dass sie weniger ausgrenzend und mehr inklusiv und partizipatorisch arbeiten?

  • Welche Kompetenzen sind in inklusiv arbeitenden Organisationen von den Mitarbeitern zu erwarten?

  • Was kann schließlich jeder von uns für eine breitere gesellschaftliche Partizipation tun?